Ultraschalldiagnostik peripherer Nerven – präzise, strahlungsfrei und patientenfreundlich
Die Nervensonografie ist eine bildgebende Untersuchungsmethode, bei der Hochfrequenz-Ultraschall eingesetzt wird, um periphere Nerven sichtbar zu machen und zu beurteilen.
Mit Schallköpfen im Bereich von 10–22 MHz lassen sich Nerven mit einer Auflösung von unter einem Millimeter darstellen. Selbst feine Nervenstrukturen, Faszikelbündel und umliegendes Gewebe werden sichtbar.
Die Nervensonografie ergänzt die elektrophysiologischen Untersuchungen (Neurografie, EMG) ideal. Während die Elektrophysiologie die Funktion des Nervs misst, zeigt der Ultraschall die Morphologie – also Größe, Struktur und Lage.
Im Gegensatz zu CT oder Röntgen ist Ultraschall vollständig strahlungsfrei. Die Untersuchung ist bedenkenlos wiederholbar und auch bei Schwangeren und Kindern einsetzbar.
Ein entscheidender Vorteil: Nerven und umgebende Strukturen können in Echtzeit und unter Bewegung untersucht werden. So lassen sich dynamische Einengungen oder Instabilitäten aufdecken.
Die Nervensonografie wird bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Fragestellungen eingesetzt.
Periphere Nerven im gesamten Körper können sonografisch untersucht werden.
Die Untersuchung ist schmerzlos, dauert je nach Fragestellung 15 bis 45 Minuten und erfordert keine besondere Vorbereitung.
Zu Beginn werden Beschwerden, Symptome und vorhandene Befunde (Elektrophysiologie, MRT, OP-Berichte) besprochen. Diese Informationen helfen, die Untersuchung gezielt zu planen.
Der Patient wird bequem gelagert, die zu untersuchende Region wird freigelegt. Ein wasserlösliches Ultraschallgel wird aufgetragen, das eine optimale Schallübertragung gewährleistet.
Der Schallkopf wird über dem Nerv entlanggeführt. Zunächst in der Querachse (transversal), um die Querschnittsfläche zu messen, dann in der Längsachse (longitudinal) für die Beurteilung von Struktur und Verlauf.
Die Querschnittsfläche (Cross-sectional area, CSA) wird an definierten Stellen ausgemessen. Bilder und Cineloops werden gespeichert. Ggf. wird Doppler-Sonografie zur Beurteilung der Durchblutung eingesetzt.
Die Ergebnisse werden unmittelbar nach der Untersuchung besprochen. Ein ausführlicher schriftlicher Befund folgt. Bei Bedarf werden weitere Untersuchungen oder Therapieoptionen empfohlen.
Die Nervensonografie punktet mit mehreren Eigenschaften, die sie zu einem unverzichtbaren Werkzeug in der Neurodiagnostik machen.
Ein zentrales Maß in der Nervensonografie ist die Querschnittsfläche (CSA – Cross-sectional Area), gemessen in mm².
Die CSA wird im transversalen Schnittbild durch manuelle Umfahrung des Nervs (Innenmembran-Methode) bestimmt. Referenzwerte variieren je nach Publikation und Labor.
* Werte können je nach Literaturquelle und Patientenkollektiv variieren. Eigene Normwerttabellen sind empfehlenswert.
Folgende sonografische Befunde weisen auf eine Nervenerkrankung hin:
Anschwellung des Nervs proximal der Engstelle – typisch bei Engpasssyndromen
Unschärfe der inneren Nervenbinnenstruktur bei entzündlichen oder traumatischen Läsionen
Echoreiche Veränderungen können auf Fibrose oder chronische Schädigung hinweisen
Vermehrte Durchblutung im Power-Doppler bei entzündlichen Prozessen
Einschnürung des Nervs an der Engstelle mit proximaler Auftreibung